Vor dem Jahreswechsel ist die Arbeitsbelastung bei jedem sehr groß.
Vieles muss unbedingt noch vor dem 31.12. erledigt werden (für
Bilanzierende gilt dies, wenn sich das Wirtschaftsjahr mit dem
Kalenderjahr deckt). Trotzdem sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um
seine Steuersituation nochmals zu überdenken.

Steuertipps

Steuerstundung (Zinsgewinn) durch Gewinnverlagerung bei
Bilanzierern

Eine Gewinnverschiebung in das Folgejahr bringt immerhin einen Zinsgewinn
durch Steuerstundung. Im Jahresabschluss sind unfertige Erzeugnisse
(Halbfabrikate), Fertigerzeugnisse und noch nicht abrechenbare Leistungen
(halbfertige Arbeiten) grundsätzlich nur mit den bisher angefallenen
Kosten zu aktivieren. Die Gewinnspanne wird erst mit der Auslieferung des
Fertigerzeugnisses bzw. mit der Fertigstellung der Arbeit realisiert.
Anzahlungen werden nicht ertragswirksam eingebucht, sondern lediglich als
Passivposten.

Daher: Die Auslieferung des Fertigerzeugnisses – wenn
möglich – mit Abnehmern für den Jahresbeginn 2015 vereinbaren. Arbeiten
sollten erst mit Beginn 2015 fertiggestellt werden. Die Fertigstellung
muss für das Finanzamt dokumentiert werden.

Glättung der Progression bzw. Gewinnverlagerung bei
Einnahmen-Ausgaben-Rechnern

Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern gilt grundsätzlich das
Zufluss-Abfluss-Prinzip. Dabei ist darauf zu achten, dass grundsätzlich
nur Zahlungen ergebniswirksam sind (das heißt den Gewinn verändern) und
nicht der Zeitpunkt des Entstehens der Forderung oder Verbindlichkeit, wie
dies im Gegensatz dazu bei der doppelten Buchhaltung (= Bilanzierung)
entscheidend ist.

Beim Zufluss-Abfluss-Prinzip ist jedoch insbesondere für regelmäßig
wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben (z.B. Löhne, Mieten,
Versicherungsprämien, Zinsen) die fünfzehntägige Zurechnungsfrist zu
beachten.

Beispiel: Die Mietzahlung für Dezember 2014, die
am 31.12.2014 fällig und am 15.1.2015 bezahlt wird, gilt aufgrund der
fünfzehntägigen Zurechnungsfrist noch im Dezember 2014 als
bezahlt.

Gewinnfreibetrag bei Einzelunternehmen und betrieblicher
Mitunternehmerschaft
Der Gewinnfreibetrag besteht aus zwei
Teilfreibeträgen. Das sind der Grundfreibetrag und der
investitionsbedingte Freibetrag.

Wird nicht investiert, so steht dem Steuerpflichtigen jedenfalls der
Grundfreibetrag in Höhe von 13 % des Gewinns, höchstens aber bis zu einem
Gewinn in Höhe von € 30.000,00, zu (maximaler Freibetrag € 3.900,00).

Übersteigt nun der Gewinn € 30.000,00, kommt ein investitionsbedingter
Gewinnfreibetrag hinzu (Näheres dazu finden Sie im Text auf der Seite
4).

Forschungsprämie
Es kann unter bestimmten Voraussetzungen eine Forschungsprämie in Höhe
von 10 % der Forschungsaufwendungen geltend gemacht werden (soweit nicht
durch steuerfreie Förderungen gedeckt). Bei Auftragsforschung kann eine
jährliche Forschungsprämie (10 %) von maximal € 100.000,00 in Anspruch
genommen werden. Bei eigenbetrieblicher Forschung hat der Steuerpflichtige
ein Gutachten der FFG (Forschungsförderungsgesellschaft) vorzulegen.

Erwerb von geringwertigen Wirtschaftsgütern
Wirtschaftsgüter mit Anschaffungskosten bis € 400,00 können im Jahr der
Anschaffung voll abgeschrieben werden. Deshalb sollten diese noch bis zum
Jahresende anschafft werden, wenn eine Anschaffung für (Anfang) 2015
ohnehin geplant ist.

Hinweis: Bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern ist die
Verausgabung maßgeblich.

Halbjahresabschreibung für kurz vor Jahresende getätigte
Investitionen

Eine Absetzung für Abnutzung (AfA) kann erst ab Inbetriebnahme des
jeweiligen Wirtschaftsgutes geltend gemacht werden. Erfolgt die
Inbetriebnahme des neu angeschafften Wirtschaftsgutes noch kurzfristig bis
zum 31.12.2014, steht eine Halbjahres-AfA zu.

Umsatzgrenze für umsatzsteuerliche
Kleinunternehmer

Die Umsatzgrenze für Kleinunternehmer liegt bei € 30.000,00
(Nettoumsatz). Für diese Grenze sind die steuerbaren Umsätze relevant. Ist
gegen Ende des Jahres diese Grenze nahezu ausgeschöpft, kann es Sinn
machen, den Zufluss von Umsätzen – wenn möglich – in das Folgejahr zu
verschieben, um nicht den Kleinunternehmerstatus zu verlieren. Einmal in
fünf Jahren kann die Umsatzgrenze um 15 % überschritten werden.

Ertragsteuerfreie (Weihnachts-)Geschenke und Feiern für
Mitarbeiter

Betriebsveranstaltungen, wie beispielsweise Weihnachtsfeiern, sind bis zu
einer Höhe von € 365,00 pro Arbeitnehmer und Jahr lohnsteuer- und
sozialversicherungsfrei. Geschenke sind innerhalb eines Freibetrages von €
186,00 jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei. Bargeschenke sind
allerdings immer steuerpflichtig.

Spenden
Spenden aus dem Betriebsvermögen dürfen 10 % des Gewinns des aktuellen
Wirtschaftsjahres nicht übersteigen. Wenn im nächsten Jahr höhere
Einkünfte erwartet werden, kann es daher günstiger sein, eine Spende auf
Anfang 2015 zu verschieben.

Letztmalige Möglichkeit der Arbeitnehmerveranlagung für das
Jahr 2009

Mit Jahresende läuft die Fünf-Jahres-Frist für die Antragstellung der
Arbeitnehmerveranlagung 2009 aus.

Stand: 30. Oktober 2014